Vor der weiss getünchten Wand
  steht der schwarze Soldatenkoffer mit den Manuskripten
  darauf liegt das Rauchzeug
  mit den kupfernen Aschbechern
  die chinesische Leinwand
  zeigend den Zweifler hängt darüber
  auch die Masken sind da
  und neben der Bettstelle
  steht der kleine sechslampige Lautsprecher
  in der Früh dreh ich den Schalter um und höre
  die Siegesmeldungen der Feinde
  auf der Flucht vor meinen Landsleuten
  bin ich nun nach Finnland gelangt
  Freunde die ich gestern nicht kannte
  stellten ein paar Betten in saubere Zimmer
  im Lautsprecher höre ich die Siegesmeldungen des Abschaums
  neugierig betrachte ich die Karte des Erdteils
  hoch oben in Lappland
  nach dem nördlichen Eismeer zu
  sehe ich noch eine kleine Tür


   Beide Gedichte sind von Bertolt Brecht.
















exit


1940 

Das Frühjahr kommt, die linden Winde befreien die Schären vom Wintereis  
Die Völker des Nordens erwarten zitternd die Schlachtflotten des Anstreichers  
Aus den Bücherhallen treten die Schlächter  
Die Kinder an sich drückend stehen die Mütter  
und durchforschen entgeistert den Himmel nach den Erfindungen der Gelehrten  
Die Konstrukteure hocken gekrümmt in den Zeichensäälen  
eine falsche Ziffer und die Städte des Feindes bleiben unzerstöhrt  
Nebel verhüllt die Strasse die Pappel und  
die Artellerie  

Ich befinde mich auf dem Inselchen Livingoe  
aber neulich nachts träumte ich schwer  
und träumte ich war in einer Stadt und entdeckte  
die Beschriftungen der Strassen waren deutsch  
in Schweiss gebadet erwachte ich  
und mit Erleichterrung sah ich die nachtschwarze Foehre vor dem Fenster  
und wusste  
ich war in der Fremde